Presseberichte der diesjährigen Jahreshauptversammlung am 16.04.2011
Pressebericht der Taunuszeitung vom 20.04.2011
Bescheidene Wehr
Brandbekämpfer wollen am Gerätehaus selbst Hand anlegen
Die Obernhainer Feuerwehr ist zwar nicht wunschlos glücklich, hat aber für 2011 nur kleine Anliegen. Die Brandbekämpfer sind personell gut ausgestattet, nur die Zahl der Fördermitglieder könnte höher sein.
Von Gerrit Mai
Die Blaulichtflitzer sind die jüngste Errungenschaft der Freiwilligen Feuerwehr Obernhain. Catharina Ansinn, Frederike Scuhr und Miriam Becker betreuen wie berichtet seit Oktober vergangenen Jahres 21 Bambini, und wenn die Übungsstunde rum ist, wissen die Betreuerinnen, was sie geleistet haben.
Auch die Jugendabteilung, von der Sven Leibrandt bei der Jahreshauptversammlung am Samstagabend berichtete, sieht sich gut aufgestellt. Zwölf Jungs und sieben Mädchen haben mehr als 2000 Stunden bei Übungen, dem Berufsfeuerwehrtag, Ausflügen und Camping miteinander verbracht.
Die Einsatzabteilung ist mit 24 Männern und 5 Frauen ebenfalls zufrieden, sagte Wehrführer und Fördervereinsvorsitzender Michael Erdmann.
Die Feuerwehr sei nicht nur bei Einsätzen zur Stelle, sie habe auch am Gelingen des Dorflebens großen Anteil, lobte Ortsvorsteher Ernst Baum (CDU). Derzeit zumindest ist das noch so – aber Bürgermeister Gregor Sommer (CDU) stieg mit einer besorgniserregenden Szene in die Versammlung ein: "Stellen Sie sich vor, wir schreiben das Jahr 2030, und es gibt keine Freiwillige Feuerwehr mehr." Er rechnete vor, dass eine Kommune wie Wehrheim für eine Berufswehr etwa eine Million Euro jährlich auf den Tisch blättern müsse und fragte unter diesem Gesichtspunkt: "Wird das Engagement der Freiwilligen Feuerwehr von der Politik und den Bürgern genügend gewürdigt?"
Worauf er hinaus wollte? "Eigentlich müsste von jedem Haushalt mindestens eine Person Mitglied im Förderverein sein." Zehn Euro jährlich sollten angesichts der Tatsache, dass die freiwilligen Helfer 365 Tage im Jahr Leben und Eigentum der Bürger schützen und retten, doch bezahlbar sein. Sommer errechnete bei 1500 Einwohnern 500 Fördermitglieder, es seien jedoch derzeit nur 275, erläuterte Michael Erdmann, zwölf mehr als im vergangenen Jahr.
Erdmann berichtete von der Arbeit der Einsatzabteilung, die 2010 zu 19 Einsätzen gerufen wurde und dabei 538,5 Stunden arbeitete. Für Übungen und Ausbildung kamen 929 Stunden hinzu, für Wartungs- und Arbeitsdienst 1751,5 sowie weitere 518 für insgesamt 24 Lehrgänge auf Kreis- und Landesebene.
Befördert und geehrt
Klar, dass sich diese Lehrgänge in den Beförderungen widerspiegelten. Gemeindebrandinspektor Stefan Fey ernannte Vanessa Kandler zur Feuerwehrfrauanwärterin, Nico Becker und Moritz Gross zum männlichen Pendant. Steffen Kandler ist jetzt Feuerwehrmann, Olaf Weber Oberfeuerwehrmann, Frederike Scuhr Hauptfeuerwehrfrau und Armin Stephan Hauptfeuerwehrmann.
Kreisbrandinspektor Ulrich Hiller überreichte Volker Ansinn den hessischen Brandschutzehrenbrief in Silber für 25 Jahre aktiven Dienst, und der stellvertretende Wehrführer und Vizevereinschef Matthias Streim bekam die Ehrenmedaille des Nassauischen Feuerwehrverbandes in Gold für 30 Jahre Einsatz.
Langjährige Vereinsmitglieder sind Catharina Ansinn, Frederike Scuhr, Tom Kalbskopf und Armin Stephan (jeweils zehn Jahre), Ute Hocke, Anna-Maria Wagner, Siegfried Manitz, Helmut Krumpholz und Volker Ansinn (jeweils 25 Jahre) sowie Adolf Schkoda, Albert Kolass, Rolf Weirich und Ernst Baum (jeweils 40 Jahre).
Und welche Wünsche haben die Brandbekämpfer für die Zukunft? Michael Erdmann zeigte sich angesichts der klammen kommunalen Haushaltslage bescheiden: "Ein paar kleinere Reparaturen und ein wenig Kosmetik für unser Feuerwehrhaus, wenn die Gemeinde das Material stellt, könnten wir die Arbeit machen", schlug er vor, und der Rathauschef nickte. "Ansonsten wünsche ich mir nur eine weiterhin so gute Zusammenarbeit mit unseren Gemeindebrandinspektoren und der Gemeinde", sagte Erdmann.
Kreisbrandmeister Ulrich Hiller (rechts) und Gemeindebrandinspektor Stefan Fey (daneben) ehrten und beförderten viele Mitglieder. Foto: Mai
Pressebericht des Usinger Anzeigers vom 19.04.2011
Anmerkung der Redaktion: Der im folgenden Artikel zitierte Mathias Oehmig heißt in wirklich Sven Leibrandt, Mathias Oehmig hat seine Funktion als Jugendwart im letzten Jahr niedergelegt.
Oehmig bilanziert hohe Investitionen in die Jugendfeuerwehr
19.04.2011 - OBERNHAIN
Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr in Obernhain - Ehrungen und Beförderungen - Feuerwehr auf 275 Mitglieder angewachsen
(isa). „Nach meinem Verständnis müsste es für jeden Haushalt eine Selbstverständlichkeit sein, wenigstens mit einer Person Fördermitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr zu sein“, wirbt Bürgermeister Gregor Sommer anlässlich der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr in Obernhain. Schließlich wüsste man nie, ob man nicht mal in Not gerate und die Hilfe der Kameraden brauche, begründete er seine Meinung. Es habe schon seit vielen Wochen keinen nennenswerten Regen mehr gegeben, die Böden seien ausgetrocknet, wenn nun ein Unwetter komme, gebe es wieder eine Überschwemmung und so mancher Keller müsse von der Feuerwehr ausgepumpt werden, malte er ein keineswegs unrealistisches Bild. Sein zweites - düsteres - Szenario dürfte mit Blick auf die sehr gute Jugendarbeit eher unwahrscheinlich sein - hofft man zumindest. Nämlich dass es im Jahr 2030 keine Freiwillige Feuerwehr mehr gebe, weil niemand diesen ehrenamtlichen Job machen wolle.
Dass in Obernhain die Gemeinschaft innerhalb der Truppe gut funktioniert, es offensichtlich sehr treue Mitglieder gibt und die Wertschätzung im Ort sehr hoch zu sein scheint, machten die Berichte des Wehrführers und Fördervereinschefs Michael Erdmann ebenso deutlich, wie der Bericht des Jugendwarts Mathias Oehmig. Auch die neu gegründete Minifeuerwehr „Blaulichtflitzer“ mit 21 Kindern von sechs bis zehn Jahren, über die Catharina Ansinn berichtete, ist ein Zeichen dafür, dass die Feuerwehr in Obernhain aktiv und beliebt ist. Dies zeige sich zum Beispiel an den stets hohen Besucherzahlen am Sonnenwendfest, bei dem im vergangenen Jahr die Besucher trotz des unfreundlichen Wetters mit Regenschirm gekommen seien, freute sich Erdmann. Er lobte ebenso wie Gemeindebrandinspektor Stefan Fey die Unterstützung seitens der Gemeinde, insbesondere des Bürgermeisters, da in den vergangenen fünf bis sechs Jahren viel Geld in Gerätschaft und Ausrüstung investiert worden sei. Immerhin wurden im vergangenen Jahr die 29 aktiven Frauen und Männer zu 19 Einsätzen gerufen. Da die Einsätze sehr zeitintensiv waren, kamen die Kameraden auf 538 Einsatzstunden. Zusätzlich seien 929 Stunden für Übung und Ausbildung sowie weitere 518 Stunden für Lehrgänge auf Kreis- und Landesebene erbracht worden, legte Erdmann konkrete Zahlen vor. Außerdem seien noch 1751 Wartungs- und Arbeitsstunden hinzuzurechnen, sodass die Einsatzabteilung insgesamt 3724 Stunden im vergangenen Jahr geleistet hatte.
Die Betreuer der Jugendwehr mit 19 aktiven Mitgliedern ab zehn Jahren erbrachten zusätzlich noch über 2000 Stunden, berichtete Oehmig und zählte die verschiedenen Aktivitäten auf, wie unter anderem den Berufsfeuerwehrtag aller Ortsteile, der 2010 von der Obernhainer Jugendwehr organisiert worden war. In die Jugend werde viel, auch in finanzieller Hinsicht, investiert, erfuhren die rund 40 anwesenden Mitglieder und Gäste beim Kassenbericht von Ulrich Jacobs, der das Minus von rund 1500 Euro unter anderem hiermit begründete. Außerdem habe es Neuanschaffungen für die Einsatzabteilung gegeben, wie Helmlampen oder spezielle Feuerwehrstiefel. Für dieses Jahr formulierten die Kameraden eingedenk der Haushaltssituation der Gemeinde eher kleinere Wünsche. So möchten die Kameraden kleinere Reparaturen und einen frischen Anstrich am Gerätehaus anbringen. Wenn die Gemeinde das Material stelle und die Kameraden die Arbeit, dann solle dies machbar sein, zeigten sich Wehrführer und Bürgermeister gleichermaßen zuversichtlich. Die Mitglieder waren mit der Arbeit des Vorstandes denn auch zufrieden und zeigten dies nicht nur mit jeweiligem Zwischenapplaus, sondern auch mit der Entlastung und der Wahl des Beisitzers Dieter Heeren, der obwohl inzwischen nach Wehrheim gezogen, seinen Kameraden in Obernhain die Treue hält.
Zahlreiche Ehrungen
Wehrführer und Vorsitzender des Fördervereins in Personalunion, Michael Erdmann und sein Vize, Matthias Streim, sowie Gemeindebrandinspektor Stefan Fey ehrten Catharina Ansinn, Tom Kalbskopf, Frederike Scuhr und Armin Stephan für zehn Jahre aktive Mitgliedschaft. Für 25 Jahre Vereinszugehörigkeit wurde Volker Ansinn geehrt. Ebenfalls 25 Jahre sind Ute Hocke, Helmut Krump- holz, Siegfried Manitz und Anna-Maria Wagner Mitglieder im Verein. Da sie an der Jahreshauptversammlung nicht teilnehmen konnten, wird ihnen die Ehrennadel zu einem späteren Zeitpunkt überreicht. Das Gleiche gilt für Albert Kolass. Auch er wird seine Ehrennadel für 40 Jahre Vereinszugehörigkeit später erhalten. Ernst Baum, Adolf Schkoda und Rolf Weirich nahmen die Ehrung dagegen gleich in Empfang. Kreisbrandmeister Ulrich Hiller freute sich, im Namen des hessischen Ministerpräsidenten das silberne Brandschutzabzeichen am Bande für 25 Jahre ehrenamtliche Leistungen in der Feuerwehr an Volker Ansinn übergeben zu können. Vom Nassauischen Feuerwehrverband verlieh er zudem die goldene Nadel für 30 Jahre aktiven Feuerwehrdienst an Matthias Streim. Nico Becker, Moritz Gross und Vanessa Kandler wurden zu Feuerwehrmann- beziehungsweise Feuerwehrfrauanwärtern, Steffen Kandler zum Feuerwehrmann, Olaf Weber zum Oberfeuerwehrmann und Frederike Scuhr und Armin Stephan zu Hauptfeuerwehrmann beziehungsweise -frau befördert.
Erdmann dankte auch allen anderen Aktiven für ihr Engagement und die stete Fortbildung, denn nur so könne die Einsatzabteilung die nötige Hilfe leisten. Auch die Mitgliederentwicklung deute in die richtige Richtung, der Bestand ohne Jugend- und Minifeuerwehr sei auf 275 Mitglieder angewachsen und es gebe hier alle Altersklassen, vom Baby bis zum ältesten Mitglied Bruno Pusch mit 88 Jahren.
Eine strake Truppe: Die Freiwillige Feuerwehr in Obernhain hat viele aktive und treue Mitglieder in ihren Reihen. Das wurde bei den zahlreichen Ehrungen und Beförderungen deutlich. Foto: Schmah-Albert